Entwicklungsarbeitsplatz mit Prototyp, technischen Zeichnungen und Unterlagen zur Erfindungsmeldung

horak. Rechtsanwälte · Fachanwälte · Patentanwälte

Arbeitnehmererfinderrecht: Diensterfindungen und Erfindervergütung

Wir beraten Erfinder und Unternehmen von der Erfindungsmeldung über Inanspruchnahme und Patentanmeldung bis zur Vergütung – und vertreten Sie vor der Schiedsstelle beim DPMA und den Patentstreitkammern. Rechtsanwälte und Patentanwälte an einem Tisch, von Hannover aus an zehn Standorten.

RA · FA · PA

Rechtsanwälte, Fachanwälte für gewerblichen Rechtsschutz und Patentanwälte in einem Team

Beide Seiten

Wir beraten Erfinder ebenso wie Unternehmen, Hochschulen und öffentliche Arbeitgeber

DPMA · LG

Vertretung vor der Schiedsstelle und den Patentstreitkammern der Landgerichte

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Standorte in Deutschland – Besprechung vor Ort, per Telefon oder Video

Recht und Technik an einem Tisch

Erfinderrecht braucht juristisches und technisches Verständnis

Ob eine Erfindung vorliegt, wer sie gemacht hat und was sie wert ist, lässt sich nur beantworten, wenn man die Technik versteht. Bei uns arbeiten deshalb Rechtsanwälte und Patentanwälte gemeinsam an jedem Mandat. Rechtsanwalt Dipl.-Ing. Michael Horak, LL.M. ist Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz und Beratender Ingenieur; Rechtsanwältin Julia Ziegeler ist ebenfalls Fachanwältin für gewerblichen Rechtsschutz. Unsere Patentanwälte übernehmen Bewertung, Anmeldung und Verteidigung der Schutzrechte.

Wir vertreten einzelne Erfinder, Entwicklerteams und Betriebsräte ebenso wie mittelständische Unternehmen, Konzerne, Hochschulen und Forschungseinrichtungen – außergerichtlich, vor der Schiedsstelle und vor Gericht.

  • Kurzfristige Einschätzung, wenn Fristen laufen
  • Vergütungsberechnung nach Richtlinien und Schiedsstellenpraxis
  • Klare Kostenansage vorab – Pauschale, Stundenhonorar oder RVG
  • Beratung auch auf Englisch für internationale Konzerne und Erfinder
Anwälte prüfen Patentunterlagen und eine Vergütungsvereinbarung

Aus der Praxis

Zwölf typische Situationen im Arbeitnehmererfinderrecht

So beginnen unsere Mandate. Die Beispiele sind anonymisiert und vereinfacht; jeder Fall wird im Einzelnen geprüft.

ErfinderMeldung

Erfindung gemacht – was jetzt?

Beispiel: Ein Konstrukteur hat am Wochenende eine Lösung für ein Dauerproblem der Serienfertigung gefunden und fragt sich, ob und wie er sie melden muss.

Unsere Arbeit: Einordnung als Diensterfindung, Entwurf der Erfindungsmeldung nach § 5 ArbnErfG mit Aufgabe, Lösung, Zustandekommen und eigenem Anteil, Nachweis des Zugangs.

Erfindungsmeldung →

UnternehmenFristen

Erfindungsmeldung erhalten

Beispiel: Die Entwicklung eines Mittelständlers erhält drei Meldungen in einer Woche. Eine eigene Patentabteilung gibt es nicht.

Unsere Arbeit: Eingangsbestätigung, Prüfung auf Vollständigkeit, gezielte Beanstandung binnen zwei Monaten, Fristenkalender bis zur Entscheidung.

Eingangsbestätigung und Beanstandung →

UnternehmenStrategie

Inanspruchnahme oder Freigabe

Beispiel: Ob eine gemeldete Erfindung ins Portfolio passt, ist noch offen – die Viermonatsfrist endet in zehn Tagen.

Unsere Arbeit: Bewertung der Schutzfähigkeit durch unsere Patentanwälte, Entscheidungsvorlage, Freigabe in Textform oder Anmeldung des Patents.

Inanspruchnahme →

Erfinder · UnternehmenVergütung

Erfindervergütung berechnen

Beispiel: Ein Sensor mit patentierter Kalibrierung erzielt 12 Mio. Euro Jahresumsatz. Eine Vergütung wurde nie festgesetzt.

Unsere Arbeit: Bezugsgröße und Lizenzsatz nach der Lizenzanalogie, Anteilsfaktor nach den Vergütungsrichtlinien, Abstaffelung, begründete Festsetzung oder Gegenrechnung.

Erfindervergütung →

ErfinderAuskunft

Vergütung nachfordern

Beispiel: Eine Chemikerin erfährt bei einer Betriebsfeier, dass ihr Verfahren seit Jahren in drei Werken eingesetzt wird.

Unsere Arbeit: Verlangen nach Auskunft und Rechnungslegung, Prüfung der Verjährung, Anpassung nach § 12 Abs. 6, Verhandlung mit dem Arbeitgeber.

Vergütung nachfordern →

UnternehmenRichtlinie

Vergütungsmodell einführen

Beispiel: Ein Konzern will Einzelberechnungen durch feste Prämien bei Meldung, Anmeldung und Erteilung ersetzen.

Unsere Arbeit: Erfinderrichtlinie und Vereinbarungsmuster, die vor §§ 22, 23 ArbnErfG bestehen, Öffnungsklausel für Spitzenerfindungen, Abstimmung mit dem Betriebsrat.

Pauschalen und Erfinderrichtlinie →

Erfinder · UnternehmenAusscheiden

Wechsel zum Wettbewerber

Beispiel: Ein Entwicklungsleiter kündigt. Drei Monate später meldet sein neuer Arbeitgeber ein auffallend ähnliches Patent an.

Unsere Arbeit: Rekonstruktion des Erfindungszeitpunkts, Herausgabe des Schutzrechts, Unterlassung, Verhandlung über Übertragung oder Lizenz.

Ausscheiden und Arbeitsplatzwechsel →

ErfinderAbgrenzung

Freie Erfindung verwerten

Beispiel: Eine Vertriebsingenieurin entwickelt privat ein neues Fahrradschloss und will es mit einem Start-up vermarkten.

Unsere Arbeit: Abgrenzung zur Diensterfindung, Mitteilung nach § 18, Prüfung der Anbietungspflicht nach § 19, Absicherung der eigenen Anmeldung.

Freie Erfindung →

ErfinderTeam

Streit unter Miterfindern

Beispiel: Vier Entwickler stehen mit je 25 Prozent in der Meldung. Einer sieht seinen Beitrag deutlich höher.

Unsere Arbeit: Auswertung von Laborbüchern und Versionsständen, Bewertung der schöpferischen Beiträge, Widerspruch gegen die Festsetzung, Einigung im Team.

Miterfinder →

Erfinder · UnternehmenVerfahren

Schiedsstelle anrufen

Beispiel: Erfinder und Arbeitgeber liegen beim Lizenzsatz einen Prozentpunkt auseinander. Es geht um einen sechsstelligen Betrag.

Unsere Arbeit: Antrag oder Erwiderung vor der Schiedsstelle beim DPMA, Auswertung vergleichbarer Einigungsvorschläge, Prüfung des Vorschlags, wenn nötig Klage.

Schiedsstelle und Klage →

UnternehmenSchutzrechte

Auslandsanmeldung und Portfoliobereinigung

Beispiel: Ein Maschinenbauer will 40 Patentfamilien aufgeben und in Asien nur noch in zwei Staaten anmelden.

Unsere Arbeit: Freigaben nach § 14 innerhalb der Prioritätsfrist, Mitteilungen und Übertragungsangebote nach § 16, Vorbehalt von Benutzungsrechten.

Auslandsanmeldung und Aufgabe →

Unternehmen · InvestorenTransaktion

Unternehmenskauf und Insolvenz

Beispiel: Ein Investor übernimmt einen Medizintechnikhersteller. Im Datenraum fehlen für ältere Patente die Inanspruchnahmeerklärungen.

Unsere Arbeit: IP-Due-Diligence der Erfinderakten, Bewertung der Altfälle vor 2009, Garantien und Freistellungen im Kaufvertrag, Rechte nach § 27 in der Insolvenz.

Unternehmenskauf und Insolvenz →

Der gesetzliche Ablauf

Von der Diensterfindung zur Vergütung in fünf Schritten

1

Erfindungsmeldung

Der Erfinder meldet unverzüglich, gesondert und in Textform (§ 5).

2

Eingangsbestätigung

Der Arbeitgeber bestätigt den Eingang und kann binnen zwei Monaten beanstanden.

3

Inanspruchnahme

Ohne Freigabe gilt die Erfindung nach vier Monaten als in Anspruch genommen (§ 6).

4

Anmeldung

Der Arbeitgeber meldet im Inland unverzüglich an und entscheidet über das Ausland (§§ 13, 14).

5

Vergütung

Vereinbarung oder Festsetzung spätestens drei Monate nach Erteilung (§§ 9, 12).

Verhandlungsraum mit langem Tisch und Akten für ein Schiedsstellenverfahren

Wenn keine Einigung gelingt

Schiedsstelle, Patentstreitkammer, Vergleich

Die meisten Streitigkeiten über Arbeitnehmererfindungen gehen zuerst an die Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt. Das Verfahren ist gebührenfrei und endet mit einem Einigungsvorschlag, der verbindlich wird, wenn niemand binnen eines Monats widerspricht. Wir bereiten Antrag und Berechnung vor, werten die veröffentlichte Spruchpraxis aus und vertreten Sie anschließend, wenn nötig, vor den Patentstreitkammern der Landgerichte.

Standorte

Anwalt für Arbeitnehmererfinderrecht in Ihrer Nähe

Persönliche Besprechung nach Vereinbarung an zehn Standorten – oder per Telefon und Video, bundesweit.

Hannover
Hauptsitz · Georgstr. 48

Berlin
Wittestraße 30 K

Hamburg
Colonnaden 5

München
Landsberger Str. 155

Düsseldorf
Grafenberger Allee 293

Frankfurt
Alfred-Herrhausen-Allee 3-5

Stuttgart
Königstraße 82

Bremen
Hollerallee 26

Bielefeld
Herforder Str. 69

Leipzig
Friedrich-List-Platz 1

Häufige Fragen

FAQ zum Arbeitnehmererfinderrecht

Was ist eine Diensterfindung?

Eine patent- oder gebrauchsmusterfähige Erfindung, die ein Arbeitnehmer während des Arbeitsverhältnisses macht und die entweder aus seiner Tätigkeit entstanden ist oder maßgeblich auf Erfahrungen und Arbeiten des Betriebs beruht (§ 4 Abs. 2 ArbnErfG). Ob sie in der Arbeitszeit oder in der Freizeit entstand, spielt keine Rolle. Alle anderen Erfindungen von Arbeitnehmern sind freie Erfindungen.

Muss ich jede Erfindung melden?

Diensterfindungen müssen unverzüglich, gesondert und in Textform gemeldet werden. Freie Erfindungen sind mitzuteilen, damit der Arbeitgeber die Einordnung prüfen kann. Im Zweifel ist die Meldung der sichere Weg.

Wem gehört meine Erfindung?

Zunächst dem Erfinder. Der Arbeitgeber kann eine Diensterfindung aber in Anspruch nehmen; gibt er sie nicht innerhalb von vier Monaten nach der Meldung in Textform frei, gilt die Inanspruchnahme als erklärt. Dann gehen alle vermögenswerten Rechte auf ihn über, und der Erfinder erhält einen Anspruch auf angemessene Vergütung.

Wie hoch ist die Erfindervergütung?

Sie ergibt sich aus dem Erfindungswert, meist berechnet nach der Lizenzanalogie aus Umsatz und Lizenzsatz, multipliziert mit dem Anteilsfaktor, der die Stellung des Erfinders und den Beitrag des Betriebs berücksichtigt. Ein Rechenbeispiel zeigt, wie stark kleine Annahmen das Ergebnis verändern.

Muss ich vor einer Klage die Schiedsstelle anrufen?

In der Regel ja (§ 37 ArbnErfG). Ausnahmen gelten unter anderem, wenn der Erfinder bereits ausgeschieden ist, wenn Rechte aus einer Vereinbarung geltend gemacht werden oder wenn seit Anrufung der Schiedsstelle sechs Monate vergangen sind.

Was kostet eine Beratung?

Das hängt vom Auftrag ab. Für eine Erstberatung vereinbaren wir eine Pauschale; danach rechnen wir nach Pauschale, Stundenhonorar oder RVG ab und nennen den Kostenrahmen vorab. Einzelheiten unter Angebote und Honorar.

Sprechen Sie mit einem Anwalt für Arbeitnehmererfinderrecht

Schildern Sie uns Ihr Anliegen – wir melden uns zeitnah mit einer Einschätzung und einem Kostenrahmen. Telefon 0511.35 73 56-0 · info@diensterfindungen.de